Friday BriefingNr. 01
KW 43 ·
Schadcode in LiteLLM, die erste Norm zum AI Act und eine Frist für Fabric-Agenten
Ein KI-Proxy verteilte Schadcode, der AI Act hat seine erste harmonisierte Norm, und Fabric-Agenten in Foundry müssen vor dem 6. November umziehen.
Die drei Themen der Woche
- Sicherheit
Thema 1: LiteLLM 1.107.0 enthielt Schadcode, der Zugangsdaten abgreift
Was passiert ist
Über die kompromittierte Release-Pipeline landete am 21. Oktober eine bösartige Version 1.107.0 auf PyPI und Docker Hub. Das PyPI-Paket war von 11:39 bis 13:23 UTC online, die Docker-Tags bis 14:20 UTC.
Was es bedeutet
Im LiteLLM-Proxy liegen meist die Schlüssel aller angebundenen Modellanbieter. Wer 1.107.0 installiert oder das Image gezogen hat, sollte die Umgebung als kompromittiert behandeln, alle Schlüssel rotieren und auf 1.106.2 zurückgehen.
Nachtrag vom 23. OktoberLiteLLM nennt inzwischen eine andere Ursache. Ein im Mai versehentlich veröffentlichter und nie widerrufener Master-Key brachte den Angreifer an das GitHub-Token eines Org-Owners.
QuelleLiteLLM Security Incident(öffnet in neuem Tab) - Regulierung
Thema 2: EN 18286 ist die erste harmonisierte Norm zum AI Act
QuelleEU Digital Strategy(öffnet in neuem Tab)Was passiert ist
Die Kommission hat die Fundstelle von EN 18286:2026, einer Norm von CEN und CENELEC für Qualitätsmanagement bei KI, im Amtsblatt veröffentlicht. Anbieter von Hochrisiko-KI, die sie anwenden, können sich für die abgedeckten Anforderungen aus Artikel 17 auf eine Konformitätsvermutung stützen.
Was es bedeutet
Artikel 17 richtet sich an Anbieter, für reine Anwender ist das also keine neue Pflicht. Wer schon ein Managementsystem nach ISO 9001 oder ISO/IEC 42001 hat, muss nicht neu anfangen, die Norm baut darauf auf.
- BI
Thema 3: Fabric-Agenten in Foundry müssen vor dem 6. November umziehen
QuelleMicrosoft Fabric Blog(öffnet in neuem Tab)Was passiert ist
Microsoft hat „Advanced NL2SQL“ und „Advanced DAX generation“ für Fabric Data Agents freigegeben, in der Standard-Runtime kommen die Kernverbesserungen zwischen dem 2. und 10. November an. Ab dem 6. November wird ein Data Agent als eigenes Werkzeug in Microsoft Foundry nicht mehr unterstützt.
Was es bedeutet
Der Ersatz läuft über das Fabric-IQ-Werkzeug, das selbst noch in Preview ist, dafür aber mehrere Data Agents pro Foundry-Agent erlaubt. Nach dem Umbau mit typischen Fragen testen, zumal sich ab dem 2. November auch die Runtime ändert.
Kurz notiert
- Tracking
Norwegen verhängt 8,6 Mio. Euro Bußgeld gegen Xandr, das sich beim Real-Time-Bidding auf Grindrs ungültige Einwilligung verließ. Als gemeinsam Verantwortlicher hätte Xandr sie selbst prüfen müssen.
EDPB(öffnet in neuem Tab) - BI
Der Dateiupload in Databricks Genie One und Genie Agents ist allgemein verfügbar. Admins müssen dafür keine Preview mehr einschalten.
Databricks Release Notes(öffnet in neuem Tab) - Daten
Snowflake erlaubt jetzt das direkte Upgrade von Iceberg-v2- auf v3-Tabellen. Zurück geht es nur bei Snowflake-verwalteten Tabellen, per Time Travel innerhalb der Aufbewahrungsfrist.
Snowflake Release Notes(öffnet in neuem Tab) - Daten
DuckDB 2.0 ist ein LTS-Release mit Support bis mindestens Oktober 2027. Für 1.4 endet der Support am 17. November, 1.5 wird bis März 2027 gepflegt.
DuckDB(öffnet in neuem Tab) - KI
Anthropic übergibt den offenen Standard Agent Skills an die Agentic AI Foundation, die unter dem Dach der Linux Foundation sitzt.
Anthropic(öffnet in neuem Tab)
Kann warten
OpenAI-Modelle im Model Garden von Google Cloud
Google nimmt GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna in den Model Garden auf, abgerechnet wird über den Google Cloud Marketplace. Vorerst ist das eine private Preview für ausgewählte Unternehmenskunden. Zero Data Retention und Confidential Compute sind als „coming soon“ angekündigt, Regionen nennt Google keine.
QuelleGoogle Cloud Blog(öffnet in neuem Tab)Unsere ungefragte Meinung
Einen KI-Proxy wie LiteLLM setzt man in einer Stunde auf und vergisst ihn dann, obwohl dort mehr Schlüssel liegen als in fast jedem anderen System. Wir würden ihn behandeln wie eine Datenbank mit Zugangsdaten, mit fester Version und jemandem, der dafür zuständig ist.