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Controlling & Finance Analytics

Gutes Controlling braucht Zahlen, die sich bis zur Buchung zurückverfolgen lassen, und eine Planung, die mit dem Geschäft Schritt hält. Wir bauen Finanzreporting, Plan-Ist-Vergleiche und Forecasts auf einer gemeinsamen Datenbasis aus ERP und Planung.

Nach dem Monatsabschluss beginnt im Controlling oft erst die eigentliche Arbeit. Zahlen werden aus ERP und Buchhaltung exportiert, zusammengeführt und von Hand kommentiert. Das dauert, und am Ende fragt jemand, warum die Zahl im Bericht von der im ERP abweicht. Die Planung läuft derweil in Dateien, die per Mail kreisen, und der Forecast wird ein- oder zweimal im Jahr aktualisiert und ist oft schon überholt, wenn er vorliegt.

Wir bauen Controlling- und Finance-Analytics-Lösungen auf einer gemeinsamen Datenbasis. Ist-Zahlen aus dem ERP, Planwerte und Forecasts liegen im selben Modell, Kennzahlen sind einmal definiert, und das Controlling gewinnt Zeit für die Analyse, statt Zahlen zusammenzustellen. International spricht man hier von FP&A, Financial Planning and Analysis. Allgemeine Reporting-Automatisierung und Prognosemodelle berühren wir dabei nur am Rand. Hier geht es um die fachliche Seite: Kontenplan, Kostenrechnung und Planungsprozess.

Ein Finanzdatenmodell für GuV, Deckungsbeiträge und Kostenstellen

Die Grundlage ist ein sauberes Modell. Buchungen aus dem Hauptbuch werden über eine Zuordnung des Kontenplans auf Berichtspositionen abgebildet, sodass die Struktur der GuV einmal zentral steht und nicht in jedem Bericht neu. Ändert sich die Gliederung, wird sie an einer Stelle angepasst.

Für Deckungsbeiträge brauchen die Stufen eine klare Definition. Welche Kosten gelten als variabel, was wird Produkten, Kunden oder Regionen zugeordnet, was bleibt als Fixkosten auf höherer Ebene? Das legen wir gemeinsam mit dem Controlling fest, und zwar bevor das erste Dashboard entsteht. Kostenstellen bilden wir mit ihrer Hierarchie ab, und Row-Level Security sorgt dafür, dass Verantwortliche nur ihren Bereich sehen.

Plan-Ist-Vergleiche setzen Versionen voraus: Budget, Forecasts und Vorjahr liegen als eigene Planstände vor, die sich gegenüberstellen lassen. Von der Abweichung geht es per Drill-down über Konto und Kostenstelle bis zur einzelnen Buchung. Das funktioniert nur, wenn Plan und Ist dasselbe Gerüst aus Konten, Kostenstellen und Perioden verwenden. Sind das zwei getrennte Welten, scheitert der Vergleich an der Zuordnung.

Zahlen, die sich prüfen lassen

Nachvollziehbarkeit planen wir von Anfang an ein. Summen im Bericht werden automatisch gegen Salden aus dem ERP geprüft, damit Differenzen sofort auffallen. Jeder Bericht zeigt, auf welchem Datenstand und welcher Planversion er beruht. Eingaben in der Planung werden mit Person und Zeitpunkt protokolliert, und wer Zahlen sehen, ändern oder freigeben darf, ist technisch festgelegt. Welche Anforderungen aus Revision, Steuerrecht und Wirtschaftsprüfung gelten, klären die Zuständigen. Wir sorgen dafür, dass die Berichte technisch nachvollziehbar sind.

Auch der Abschluss lässt sich beschleunigen. Die meiste Zeit geht in Datenbeschaffung, Abstimmung und Kommentierung. Automatische Ladeprozesse, Plausibilitätsprüfungen vor dem Stichtag und Berichte auf vorläufigen Zahlen verkürzen genau diese Schritte.

Planung, Forecast und Treiber

Ein rollierender Forecast schreibt den Planungshorizont laufend fort, etwa so, dass immer die nächsten zwölf Monate geplant sind. Die Vorausschau bleibt aktuell, ohne dass jedes Mal ein komplettes Budget entsteht. Wie oft aktualisiert wird, richtet sich nach dem Geschäft: monatlich, quartalsweise oder bei Bedarf.

Bei der treiberbasierten Planung werden nicht Ergebniswerte geschätzt, sondern ihre Ursachen: Absatzmenge, Preis, Personalzahl, Auslastung, Wechselkurs. Die GuV ergibt sich daraus durch Rechnung. Annahmen sind damit sichtbar und diskutierbar, und Szenarien wie „Absatz minus zehn Prozent“ lassen sich schnell durchspielen. Nicht jede Position braucht Treiber. Wo sie sich nicht sinnvoll bestimmen lassen, bleibt eine direkte Planung die bessere Wahl, und je feiner geplant wird, desto größer der Aufwand. Sinnvoll ist die Detailtiefe, die Entscheidungen tatsächlich verändert.

Planung ist außerdem ein Prozess mit vielen Beteiligten: Kostenstellenverantwortliche geben Werte ein, das Controlling konsolidiert, die Geschäftsführung gibt frei. Dafür braucht es Versionen, Fristen und Freigaben im System statt in E-Mails. Controller arbeiten gern in Excel, und Lösungen, die das ignorieren, werden umgangen. Besser ist eine Anbindung, die Excel als Oberfläche zulässt, während die Daten zentral liegen.

ERP und Planungswerkzeug

Die Ist-Daten kommen aus dem ERP oder der Buchhaltung. Aus SAP lassen sich Hauptbuch, Kostenstellen- und Ergebnisrechnung sowie Stammdaten laden, der Aufwand liegt meist im Verstehen der Strukturen. In kleineren und mittleren Unternehmen ist oft DATEV das führende Buchhaltungssystem, dessen Daten je nach Einsatz über Schnittstellen oder Exporte zur Verfügung stehen. Microsoft Dynamics 365 mit Finance und Business Central bringt eigene Schnittstellen mit und passt gut in Microsoft-Umgebungen.

Bei Planung und Berichten gibt es mehrere Wege. Für Berichte und Plan-Ist-Vergleiche reicht Power BI meist aus. Eingaben direkt im Bericht sind in Fabric über Translytical Task Flows möglich, die sie über Datenfunktionen in eine Datenbank schreiben, außerdem gibt es Planungserweiterungen von Drittanbietern. Mit Planning in Fabric IQ hat Microsoft eine eigene Planungsfunktion vorgestellt, mit der Budgets, Forecasts und Szenarien direkt auf Power-BI-Semantikmodellen entstehen.

In SAP-Umgebungen liegt die SAP Analytics Cloud nahe, die Berichte und Planung in einem Produkt vereint und auch automatische Prognosen mitbringt. Spezialisierte Planungsplattformen bieten mehrdimensionale Modelle, Workflows und Szenarien. Bei der Auswahl zählen die Komplexität der Planung, die Zahl der Planenden, die Nähe zu Excel, die ERP-Anbindung und das Lizenzmodell. Für überschaubare Planungen genügt oft ein gut gebautes Modell mit Eingabemöglichkeit.

Wo KI im Controlling hilft

KI kann im Controlling Arbeit abnehmen, ersetzt aber nicht das Urteil. Statistische und maschinelle Verfahren liefern einen Ausgangswert für den Forecast, den das Controlling prüft und anpasst. Die technische Seite der Modelle ist ein eigenes Thema. Für Abweichungen kann die KI aus den Zahlen einen Kommentar entwerfen, etwa welche Konten und Kostenstellen sie treiben. Den Hintergrund, den die Daten nicht kennen, zum Beispiel einen Sondereffekt oder eine Vertragsänderung, ergänzt das Controlling. Ungewöhnliche Buchungen, Dubletten oder Ausreißer bei Kostenstellen lassen sich markieren, als Hinweis und nicht als Urteil.

Gerechnet wird dabei im Datenmodell und nicht im Sprachmodell, denn Summen und Abweichungen müssen reproduzierbar sein. Die KI erklärt und fasst zusammen, ein Mensch prüft und gibt frei, und die Quelle jeder Aussage bleibt sichtbar. Ein flüssig formulierter, aber falscher Kommentar schadet mehr als ein fehlender. Finanzdaten sind außerdem sensibel. Wo sie für KI-Funktionen verarbeitet werden, klären wir mit Datenschutz und Rechtsberatung.

Was es bringt

  • Der Bericht steht kurz nach dem Abschluss

    Weniger Zahlen werden von Hand zusammengeführt, deshalb liegen die Berichte früher vor und nicht erst Tage später.

  • Jede Zahl führt zur Buchung

    Über Konto und Kostenstelle lässt sich eine Kennzahl bis zur einzelnen Buchung im Quellsystem zurückverfolgen.

  • Annahmen stehen im Modell

    Treiber und Szenarien sind hinterlegt und lassen sich schnell neu durchrechnen, statt in Tabellen zu verschwinden.

  • Abweichungen im Bericht klären

    Die Ursachen lassen sich im Bericht per Drill-down finden und müssen nicht in separaten Tabellen zusammengesucht werden.

Plattformen & Tools

Wir sind an keinen Hersteller gebunden und arbeiten mit dem, was im Unternehmen schon läuft. Die Liste ist eine Auswahl.

  • Power BI
  • Microsoft Fabric
  • Planning in Fabric IQ
  • SAP Analytics Cloud
  • SAP S/4HANA
  • DATEV
  • Microsoft Dynamics 365
  • Jedox
  • Anaplan
  • Board

So gehen wir vor

  1. Berichte und Planungsprozess aufnehmen

    Mit dem Controlling klären wir, welche Berichte, Kennzahlen und Planungsabläufe es gibt, welche Systeme dahinterstehen und wo Zahlen von Hand zusammengeführt werden.

  2. Finanzdatenmodell aufbauen

    ERP und Buchhaltung werden angebunden. Kontenplan, Kostenstellen, Deckungsbeiträge und Planversionen bilden wir in einem Modell ab, dessen Definitionen das Controlling mitträgt.

  3. Berichte und Planung umsetzen

    Dashboards, Plan-Ist-Vergleiche und Planungsmodell entstehen und werden gegen Abschluss und ERP abgestimmt.

  4. Übergeben

    Modell, Berechtigungen und Abstimmungen sind dokumentiert, und das Team wird geschult, damit es Berichte und Planung selbst weiterentwickeln kann.

Häufige Fragen

Was gehört in ein Controlling-Dashboard?
Das richtet sich nach den Entscheidungen, die es unterstützen soll. Üblich sind GuV-Kennzahlen im Plan-Ist-Vergleich, Deckungsbeiträge nach Produkt, Kunde oder Region, Kostenstellenberichte und Liquidität. Wichtig ist, dass sich jede Zahl bis zu den einzelnen Buchungen zurückverfolgen lässt. Wir starten mit wenigen Kennzahlen und bauen von dort aus.
Reicht Power BI für das Controlling, oder braucht man ein Planungstool?
Für Berichte und Plan-Ist-Vergleiche reicht Power BI in der Regel aus. Für Planung mit Eingaben, Versionen und Freigaben gibt es mehrere Wege: Eingaben direkt im Bericht über Fabric, Erweiterungen von Drittanbietern oder eine spezialisierte Planungsplattform. Welcher Weg passt, hängt von Komplexität und Zahl der Planenden ab. Wir beraten herstellerunabhängig.
Was ist ein rollierender Forecast?
Der Planungshorizont wird laufend fortgeschrieben, etwa so, dass immer die nächsten zwölf Monate geplant sind. So bleibt die Vorausschau aktuell, und das Budget ist nicht erst am Jahresende überholt. Er ergänzt das Jahresbudget und ersetzt es nicht in jedem Unternehmen.
Was bedeutet treiberbasierte Planung?
Statt Werte direkt zu schätzen, plant man die Größen, die sie bestimmen, zum Beispiel Absatzmenge, Preis, Personalzahl oder Auslastung. Die Zahlen der GuV ergeben sich daraus. Das macht Annahmen sichtbar und Szenarien leichter durchrechenbar.
Wie lässt sich KI im Controlling sinnvoll einsetzen?
Als Unterstützung, die das fachliche Urteil nicht ersetzt. Sinnvoll sind Prognosen als Ausgangswert, Entwürfe für Abweichungskommentare und Hinweise auf auffällige Buchungen. Berechnet werden die Zahlen im Datenmodell, das Sprachmodell erklärt sie nur. Was in einen Bericht oder eine Planung einfließt, prüft und gibt ein Mensch frei.
Lassen sich SAP, DATEV oder Dynamics anbinden?
Ja. Aus SAP, Microsoft Dynamics 365 und ähnlichen ERP-Systemen lassen sich Hauptbuch, Kostenstellen und Stammdaten über Schnittstellen laden, bei DATEV je nach Einsatz über Schnittstellen oder Exporte. Die Daten werden einmal geladen, in einem Modell zusammengeführt und stehen dann allen Berichten zur Verfügung.
Wie lässt sich der Monatsabschluss verkürzen?
Die meiste Zeit geht in der Regel nicht in die Buchung, sondern in Datenbeschaffung, Abstimmung und Kommentierung. Automatische Ladeprozesse, Plausibilitätsprüfungen vor dem Abschluss und Berichte auf vorläufigen Zahlen verkürzen genau diese Schritte. Wie viel Zeit sich gewinnen lässt, hängt von der Ausgangslage ab.