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KI-Proof-of-Concept

Eine KI-Idee lässt sich schnell in einer Demo zeigen. Ob sie mit den eigenen Daten und zu vertretbaren Kosten funktioniert, prüfen wir im Proof of Concept an Kriterien, die vor dem Test feststehen.

Eine KI-Idee klingt oft plausibel und lässt sich in einer Demo schnell zeigen. Ob sie mit den eigenen Daten, im eigenen Ablauf und zu vertretbaren Kosten funktioniert, zeigt sich erst unter realistischen Bedingungen. Ein Proof of Concept, kurz PoC, beantwortet das, bevor größere Investitionen anstehen.

Wir legen vorab fest, woran Erfolg gemessen wird, prüfen die Idee an echten Daten, vergleichen mehrere Ansätze und schätzen die Kosten für den Produktivbetrieb. Am Ende steht eine Entscheidungsvorlage. Ein PoC setzt eine konkrete Idee voraus. Wer erst herausfinden will, welche Ideen sich überhaupt lohnen, beginnt mit der KI-Beratung.

Mit einer Frage beginnen, die Ja oder Nein lautet

Am Anfang steht eine Fragestellung, die sich mit Ja oder Nein beantworten lässt, zum Beispiel: „Kann ein Modell eingehende Anfragen mit ausreichender Treffsicherheit dem richtigen Team zuordnen?“ Dazu gehören Erfolgskriterien, die messbar sind und schriftlich vor dem Start feststehen.

Gemessen wird zunächst die Qualität, je nach Aufgabe als Anteil richtiger Zuordnungen, als Anteil korrekter Antworten mit passender Quelle oder als Abweichung einer Prognose. Dazu braucht es einen Vergleichswert aus dem heutigen Ablauf, mit denselben Maßstäben gemessen, denn auch Menschen machen Fehler. Hinzu kommt die Wirkung, etwa Bearbeitungszeit je Vorgang oder Anteil automatisch erledigter Fälle, und schließlich Mindestwerte, ab denen die Lösung brauchbar ist, sowie Werte, bei denen das Vorhaben endet. Werden Kriterien erst nach dem Test festgelegt, lässt sich jedes Ergebnis passend deuten. Deshalb legen wir sie vorher mit dem Fachbereich fest.

Ein PoC läuft meist mit einem Ausschnitt der Daten, ohne Anbindung an Produktivsysteme und mit kleinem Team. Er klärt, ob die Idee grundsätzlich funktioniert. Ob die Menschen im Alltag damit arbeiten wollen, zeigt erst ein Pilot.

Daten: nicht nur die saubersten Beispiele

Die Daten bestimmen, wie aussagekräftig ein PoC ist. Wir wählen eine Stichprobe, die den Alltag abbildet, mit den schwierigen Fällen. Sie wird bereinigt: Doppelte, veraltete oder widersprüchliche Einträge fallen auf, Dokumente werden lesbar gemacht, Felder vereinheitlicht. Wo es eine richtige Antwort gibt, halten Fachleute sie fest, damit sich Ergebnisse prüfen lassen.

Testdaten bleiben strikt getrennt von den Daten, mit denen Prompts oder Modelle angepasst werden. Sonst sieht das Ergebnis besser aus, als es ist. Enthalten die Daten Personenbezug, klären wir Hosting, Auftragsverarbeitung und Anonymisierung vorab mit dem Datenschutz.

Ansätze vergleichen und messen

Für eine Aufgabe gibt es meist mehrere Wege: ein fertiges Produkt oder eine Funktion der eingesetzten Software, ein Sprachmodell mit Prompts und bei Bedarf einer Suche in Dokumenten, oder ein eigenes Modell. Das fertige Produkt ist oft der schnellste Weg, aber weniger anpassbar. Das Sprachmodell eignet sich für Texte, Dokumente und Dialoge. Ein eigenes Modell, ob klassisches Machine Learning oder angepasstes Sprachmodell, kommt bei Prognosen, speziellen Daten oder hohen Mengen infrage, braucht aber mehr Daten und Pflege.

Wir setzen die infrage kommenden Varianten schlank um. Der einfachste Ansatz ist die Vergleichsbasis, und ein aufwendigerer lohnt sich nur, wenn er messbar besser ist. Auch verschiedene Sprachmodelle prüfen wir gegeneinander, denn Ranglisten sagen wenig über die eigene Aufgabe aus.

Kern der Prüfung ist eine Sammlung von Testfällen mit erwarteten Ergebnissen, die gemeinsam mit dem Fachbereich entsteht. Sie enthält typische Fälle, Randfälle und Fälle, in denen die Lösung ausdrücklich nicht antworten oder an einen Menschen abgeben soll. Wo das Ergebnis eindeutig ist, etwa bei Kategorien oder Zahlen, wird automatisch geprüft. Bei freien Texten bewerten Fachleute Stichproben, ergänzt durch ein weiteres Modell als Prüfer. Eine Gesamtquote genügt nicht. Wir schauen, welche Fehler auftreten und wie schwer sie wiegen, denn ein falsch eingeordneter Newsletter ist anders zu bewerten als eine falsche Vertragsauskunft. Bei jeder Änderung von Modell oder Prompt laufen die Testfälle neu, damit Vergleiche fair bleiben.

Was am Ende auf dem Tisch liegt

Ein PoC mit wenigen Aufrufen sagt noch nichts über den laufenden Betrieb. Wir rechnen die gemessenen Werte deshalb auf realistische Mengen hoch. Bei den Kosten je Vorgang zählen verarbeitete Textmenge, Modellwahl und Zahl der Schritte, und Modelle, die vor der Antwort länger rechnen, verbrauchen mehr. Zum Betriebsaufwand gehören Monitoring, Pflege von Prompts und Daten, die Anpassung an neue Modellversionen und Support, dazu Schnittstellen zu Systemen, Berechtigungen, Protokollierung und Ausfallverhalten.

Daraus entsteht die Entscheidungsvorlage mit den Ergebnissen gegen die Kriterien, einer Kostenschätzung, den Risiken und einer Empfehlung. Weitermachen bedeutet einen Plan für Pilot und Betrieb. Anpassen heißt anderer Ansatz, bessere Daten oder engerer Umfang. Stoppen ist richtig, wenn die Kriterien klar verfehlt werden, und auch dann bleiben Testfälle und Erkenntnisse nutzbar.

Dass der Weg bis in den Betrieb nicht selbstverständlich ist, zeigen die Zahlen. Gartner prognostizierte 2024, dass bis Ende 2025 mindestens 30 Prozent der Projekte mit generativer KI nach dem Proof of Concept aufgegeben werden. Genannt wurden unter anderem Datenqualität, unzureichende Risikokontrolle, steigende Kosten und unklarer Nutzen. Nach einer Gartner-Umfrage unter CIOs vom Oktober 2026 legen die erfolgreicheren Unternehmen deutlich häufiger vorab fest, wann ein Pilot nicht in Produktion geht.

Aus unserer Sicht hängt vieles an drei Dingen: Kriterien, die vor dem Test feststehen, Daten, die den Alltag abbilden, und jemand im Fachbereich, der das Ergebnis verantwortet und auch einen Stopp akzeptiert. Was im Test ohne Einschränkung läuft, braucht im Betrieb außerdem Rechte und Protokolle. Das prüfen wir früh.

Was es bringt

  • Echte Daten statt Demo

    Getestet wird mit Dokumenten, Anfragen und Zahlen aus dem Unternehmen, einschließlich der schwierigen Fälle.

  • Mehrere Ansätze gegen dieselben Testfälle

    Fertiges Produkt, Sprachmodell mit Prompts oder eigenes Modell laufen unter gleichen Bedingungen und werden verglichen.

  • Überschaubarer Einsatz

    Ein eng gesteckter Umfang hält Aufwand und Kosten klein, bevor größere Entscheidungen fallen.

  • Eine Entscheidung mit Zahlen

    Die Vorlage zeigt, ob das Vorhaben weiterläuft, angepasst wird oder endet, und was der Betrieb kosten würde.

Plattformen & Tools

Wir sind an keinen Hersteller gebunden und arbeiten mit dem, was im Unternehmen schon läuft. Die Liste ist eine Auswahl.

  • Microsoft Foundry
  • Microsoft Copilot Studio
  • Gemini Enterprise Agent Platform
  • Amazon Bedrock
  • Databricks
  • Hugging Face
  • MLflow
  • Ragas
  • Langfuse
  • LangSmith

So gehen wir vor

  1. Frage und Kriterien festschreiben

    Fragestellung, Umfang und messbare Erfolgskriterien stehen schriftlich fest, bevor die erste Zeile Code entsteht.

  2. Daten auswählen und trennen

    Eine repräsentative Stichprobe wird bereinigt und gekennzeichnet, Testdaten bleiben strikt von den Anpassungsdaten getrennt.

  3. Ansätze bauen und vergleichen

    Schlanke Prototypen für mehrere Wege treten gegen dieselben Testfälle und gegen den heutigen Ablauf an.

  4. Bewerten und empfehlen

    Messwerte gegen die Kriterien, Kostenschätzung für den Betrieb und eine Empfehlung: weiter, anpassen oder stoppen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Proof of Concept, Pilot und MVP?
Ein Proof of Concept klärt, ob eine Idee mit den vorhandenen Daten grundsätzlich funktioniert. Ein Pilot setzt eine Lösung mit einer begrenzten Gruppe im Alltag ein. Ein MVP ist die erste bewusst kleine Version eines Produkts im produktiven Einsatz. Die Begriffe werden nicht einheitlich verwendet, deshalb legen wir vorab fest, welche Frage die jeweilige Stufe beantworten soll.
Was passiert, wenn der Proof of Concept scheitert?
Dann ist mit überschaubarem Aufwand eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Wir zeigen, woran es lag, etwa an den Daten, an der Aufgabe oder am gewählten Ansatz, und ob ein anderer Weg mehr verspricht.
Warum kommen viele KI-Pilotprojekte nicht in Produktion?
Oft fehlen Erfolgskriterien, die Daten sind nicht repräsentativ, der Betrieb ist nicht eingeplant oder im Fachbereich fühlt sich niemand zuständig. Wir beziehen deshalb von Anfang an Betriebskosten, Berechtigungen und Verantwortliche ein und legen fest, wann ein Vorhaben nicht weiterverfolgt wird.
Welche Erfolgskriterien sind sinnvoll?
Das hängt von der Aufgabe ab. Bei der Einordnung von Anfragen ist es zum Beispiel der Anteil richtiger Zuordnungen, bei Antworten aus Dokumenten der Anteil korrekter Antworten mit passender Quelle, bei Prognosen der Fehler gegenüber dem heutigen Verfahren. Wichtig ist ein Vergleichswert aus dem bisherigen Ablauf.
Brauchen wir ein eigenes Modell, oder reicht ein Sprachmodell?
Für Texte, Dokumente und Dialoge reicht ein vorhandenes Sprachmodell mit guten Anweisungen oft aus. Eigene Modelle kommen eher bei Prognosen auf Zeitreihen oder bei speziellen Daten infrage. Im Proof of Concept vergleichen wir beides, und der einfachere Ansatz gilt, solange der aufwendigere nicht messbar besser ist.
Lässt sich der Prototyp später weiterverwenden?
Teilweise. Testfälle, Datenaufbereitung, Erkenntnisse und die Kostenschätzung lassen sich fast immer übernehmen. Der Prototyp selbst ist auf schnelles Lernen ausgelegt und muss für den Betrieb in der Regel überarbeitet werden, etwa bei Sicherheit, Monitoring und Anbindung.
Was ist mit dem Datenschutz bei Testdaten?
Enthalten die Testdaten Personenbezug, klären wir Hosting, Auftragsverarbeitung und Anonymisierung vorab mit dem Datenschutz. Wo möglich, arbeiten wir mit anonymisierten oder synthetischen Daten.