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Conver­sa­tional Analytics

„Wie hat sich der Umsatz im Süden gegenüber dem Vorjahr entwickelt?“ Immer mehr Werkzeuge beantworten solche Fragen im Chat. Ob die Antwort stimmt, entscheidet sich vorher: am Datenmodell, an den Berechtigungen und an den Tests.

Die Frage nach dem Umsatz im Süden beantworten viele Werkzeuge heute direkt im Chat, mit Zahl, Diagramm und einem Hinweis, wie die Antwort zustande kam. Der Aufwand verschiebt sich damit von der Bedienung des Werkzeugs in die Vorbereitung der Daten.

Ein Sprachmodell übersetzt die Frage in eine Abfrage, etwa in SQL oder DAX, führt sie gegen das Datenmodell aus und formuliert die Antwort. Rückfragen sind möglich, und jede Antwort baut auf der vorherigen auf. Wir führen das so ein, dass man den Antworten trauen kann: auf einem beschriebenen Modell, mit geprüften Beispielen, mit den bestehenden Berechtigungen und mit Tests vor der Freigabe.

Warum Text-to-SQL im Unternehmen kippt

Beim reinen Text-to-SQL liest das Sprachmodell Tabellen- und Spaltennamen und leitet daraus Joins, Filter und Berechnungen ab. Bei überschaubaren, sprechend benannten Daten klappt das. Im Unternehmen gibt es Kürzel, gewachsene Tabellen und drei Auffassungen von „Umsatz“, und das Ergebnis sieht dann plausibel aus und ist trotzdem falsch.

Mit einem semantischen Modell nutzt der Assistent stattdessen freigegebene Kennzahlen, definierte Beziehungen und Beschreibungen. Viele Hersteller setzen deshalb darauf, und bei uns beginnt jedes unserer Projekte beim Modell. Wie es aussieht, beschreiben wir unter Datenmodellierung & KPIs.

Was vor dem Einschalten passieren muss

Die Funktion einzuschalten genügt nicht. Kennzahlen und Spalten brauchen klare Namen, Beschreibungen und Synonyme, Hilfsfelder werden ausgeblendet. Für häufige Fragen hinterlegen wir freigegebene Antworten oder Beispielabfragen, die je nach Plattform anders heißen, von Verified Answers bis zu Verified Queries.

Der Assistent darf nur zeigen, was die fragende Person auch im Bericht sehen darf. Das prüfen wir mit Testkonten aus verschiedenen Rollen. Dann folgt der Fragenkatalog: typische Fragen der Fachbereiche mit bekannter Antwort, dazu mehrdeutige Fragen und solche, die unbeantwortet bleiben sollen. Nach jeder Änderung am Modell läuft er erneut. Nach der Freigabe werten wir Fragen, Fehlantworten und Rückmeldungen aus und beobachten den Verbrauch an Kapazität.

Welcher Anbieter passt

Die Produkte entwickeln sich schnell, Namen und Funktionsumfang wechseln innerhalb weniger Monate. Welche Lösung passt, hängt vor allem davon ab, wo Daten und Modell ohnehin liegen. Wer sein Modell in Power BI pflegt, startet mit Copilot. Wer auf einer Datenplattform arbeitet, schaut zuerst auf deren eigenen Assistenten, und wer Looker nutzt, auf dessen Chat-Funktion. Wir achten darauf, dass das Modell nicht an ein Werkzeug gebunden ist, damit sich der Anbieter später wechseln lässt.

Die Anbindung an Teams, Slack oder andere Assistenten läuft oft über das Model Context Protocol (MCP), das den Zugriff auf Datenmodelle ohne eigene Integration pro Client erlaubt. Microsoft bietet etwa einen MCP-Server, der Power-BI-Modelle unter den Rechten der angemeldeten Person liest, einschließlich Row-Level Security. Antworten kommen so dort an, wo ohnehin gearbeitet wird. MCP bewegt dabei Daten: Metadaten und Abfrageergebnisse gehen an den Client und von dort womöglich an den Anbieter des Sprachmodells. Welche Clients erlaubt sind, ist deshalb auch eine Datenschutz- und Sicherheitsentscheidung.

Wo die Fragen verarbeitet werden

Fragen, Modellmetadaten und teils Ergebnisdaten gehen an ein Sprachmodell. Wo das geschieht, hängt von Anbieter und Konfiguration ab. In Power BI und Fabric legt eine Einstellung im Admin-Portal fest, ob Daten für Azure OpenAI außerhalb der geografischen Region der Kapazität verarbeitet werden dürfen. Relevant ist das, wenn der Dienst in der Region nicht verfügbar ist. Fabric Data Agents haben eigene Einstellungen zur regionsübergreifenden Verarbeitung.

Bei Snowflake können Konten außerhalb der nativ unterstützten Regionen Cortex Analyst per regionsübergreifender Inferenz nutzen, die Anfragen werden dann in anderen Regionen verarbeitet. Für Looker-Kunden in der EU lässt sich die Verarbeitung in der Region aktivieren. Ob eine Konfiguration zu den Vorgaben des Unternehmens passt, bewerten Datenschutz und Rechtsberatung. Wir setzen die Einstellungen technisch um. Hosting und Modellwahl behandeln wir unter datenschutzkonforme KI.

Wo der Chat an Grenzen stößt

Sprachmodelle können Antworten erfinden, Fragen falsch deuten oder bei mehrdeutigen Formulierungen eine von mehreren Lesarten wählen. Microsoft weist darauf hin, dass das Verhalten nicht deterministisch ist, dieselbe Frage kann unterschiedliche Antworten liefern. Dazu kommen Produktgrenzen, etwa bei der Menge der zurückgegebenen Daten oder bei der offiziellen Unterstützung anderer Sprachen als Englisch. Fragen auf Deutsch testen wir deshalb gezielt.

Hilfreich sind nachvollziehbare Antworten, etwa die Anzeige der zugrunde liegenden Abfrage. Bei wichtigen Entscheidungen sollte die Antwort im Bericht gegengeprüft werden. Der Chat eignet sich für spontane Fragen, für die noch kein Bericht existiert. Kennzahlen, die regelmäßig verfolgt werden, gehören weiterhin in ein Dashboard, weil alle dieselbe Ansicht sehen und Veränderungen über die Zeit erkennen. Beides nutzt dasselbe Modell.

Was es bringt

  • Antworten ohne Bericht

    Fachbereiche stellen eine Frage und müssen weder einen Bericht suchen noch einen bauen lassen.

  • Dieselben Zahlen wie im Dashboard

    Der Assistent nutzt das semantische Modell, deshalb stimmen Chat und Bericht überein.

  • Gleiche Rechte wie im Bericht

    Im Chat sieht jede Person nur die Daten, die sie auch im Bericht sehen darf.

  • Geprüft, bevor ihn alle nutzen

    Ein Fragenkatalog zeigt, wo der Assistent noch falsch antwortet, solange nur ein kleiner Kreis ihn kennt.

Plattformen & Tools

Wir sind an keinen Hersteller gebunden und arbeiten mit dem, was im Unternehmen schon läuft. Die Liste ist eine Auswahl.

  • Copilot in Power BI
  • Fabric Data Agents
  • Microsoft Copilot Studio
  • Tableau Agent
  • Tableau Next
  • Databricks Genie
  • Snowflake Cortex Analyst
  • Snowflake CoWork
  • Looker Conversational Analytics
  • Microsoft Teams
  • Slack

So gehen wir vor

  1. Fragen und Anbieter klären

    Welche Fragen werden gestellt, wo liegen Daten und Modell, und welches Werkzeug passt dazu? Daraus ergibt sich, womit wir anfangen.

  2. Modell beschreibbar machen

    Wir beschreiben Kennzahlen und Felder, hinterlegen geprüfte Antworten und Beispiele und kontrollieren die Berechtigungen.

  3. Mit Fragenkatalog testen

    Typische Fragen aus den Fachbereichen laufen gegen den Assistenten. Wir bessern nach, bis die Antworten stimmen.

  4. Schrittweise freigeben

    Zuerst ein kleiner Kreis, dann alle. Fragen und Fehlantworten werten wir aus und passen das Modell laufend an.

Häufige Fragen

Was braucht Power BI Copilot, um Fragen zu Daten zu beantworten?
Eine passende kostenpflichtige Kapazität, aktivierte Copilot-Einstellungen im Admin-Portal und ein vorbereitetes Semantikmodell. Ohne Beschreibungen und geprüfte Antworten im Modell fallen die Ergebnisse oft schwach aus.
Kann man mit den eigenen Daten im Chat arbeiten, ohne sie in ein öffentliches Tool zu geben?
Ja, die genannten Lösungen arbeiten innerhalb der jeweiligen Plattform und mit deren Zugriffsrechten. Wo ein Sprachmodell die Frage verarbeitet, hängt vom Anbieter und von den Einstellungen ab. Das klären wir vor der Einführung gemeinsam mit dem Datenschutz.
Reicht Text-to-SQL auf unserer Datenbank, oder brauchen wir ein semantisches Modell?
Für erste Versuche reicht Text-to-SQL oft aus. Im Unternehmenseinsatz wird es unzuverlässig, sobald Tabellen schwer lesbar benannt sind oder Kennzahlen unterschiedlich verstanden werden. Ein semantisches Modell mit freigegebenen Kennzahlen liefert in der Regel die besseren und besser prüfbaren Antworten.
Sieht der Assistent mehr Daten als die fragende Person?
Das sollte nicht der Fall sein. Die genannten Lösungen führen Abfragen mit den Rechten der fragenden Person aus, sodass Row-Level Security gilt. Wir prüfen das vor der Freigabe mit Testkonten aus verschiedenen Rollen, weil sich Einstellungen und Konfigurationen unterscheiden.
Wie testen wir, ob der Assistent richtig antwortet?
Mit einem Fragenkatalog aus typischen Fragen der Fachbereiche, zu denen die richtige Antwort bekannt ist. Dazu gehören auch mehrdeutige Fragen und solche, die der Assistent nicht beantworten sollte. Der Katalog wird nach Modelländerungen wiederholt, weil Antworten nicht immer identisch ausfallen.
Können wir den Assistenten in Teams, Slack oder Microsoft 365 Copilot nutzen?
In vielen Fällen ja, etwa über das Model Context Protocol oder über Integrationen der Anbieter. Microsoft bietet zum Beispiel einen MCP-Server für Power-BI-Daten, und auch andere Anbieter binden ihre Assistenten an Teams oder Slack an. Der Funktionsumfang unterscheidet sich je nach Anbieter und ändert sich schnell.
Welcher Anbieter passt zu uns?
In der Regel der, in dem Daten und Modell ohnehin liegen. Wer Power BI nutzt, startet meist mit Copilot und Fabric Data Agents. Auf Databricks liegt Genie nahe, auf Snowflake Cortex Analyst und bei Looker dessen Conversational Analytics. Wir beraten herstellerunabhängig und achten darauf, dass das Modell nicht an ein Werkzeug gebunden ist.